Lexikon der Filmbegriffe

dynamisches Quadrat

Das Konzept des „dynamischen Quadrats“ wird auf einen Vortrag Sergej M. Eisensteins zurückgeführt (gehalten am 17.9.1930 in Hollywood), in dem er gegen eine fundamentale Horizontalität, der viele Filmschaffende und -kritiker das Kino unterwerfen, polemisierte und die Möglichkeiten einer Veränderung der Standard-Seitenverhältnisse des Filmbildes diskutiert. Eisenstein selbst (wie vor ihm schon David W. Griffith oder Ernst Lubitsch) experimentierte immer wieder mit Maskierungen des Bildes, die das Seitenverhältnis des eigentlichen Bildes bis zum Hochkantformat variierten. Andere Möglichkeiten sind durch das Bild-im-Bild gegeben, Rahmungen innerhalb von Bildern, Split-Screen-Techniken etc. Systematisch durchgespielt wurde die Idee in dem Experimentalfilm The Door in the Wall (Großbritannien 1956), der mittels der „Dynamic Frame Technique“ das Seitenverhältnis kontinuierlich veränderte. Das Verfahren blieb – weil schwerfällig, während der Vorführung zu laut – randständig, Alveys Film ist wohl der einzige gewesen, der in dem Verfahren realisiert wurde. 

Literatur: Eisenstein, Sergej M.: Das dynamische Quadrat. Schriften zum Film. Leipzig: Reclam / Köln: Röderberg 1988. 2. Aufl. 1993, S. 157-176. –Polt, Harriet R. / Sandall, Roger: Outside the Frame. In: Film Quarterly 14,3, Spring 1961, S. 35-37.
 

Referenzen:

Hochkantformat

Seitenverhältnis


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: HJW


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