Lexikon der Filmbegriffe

Movida

Mit der Movida ist die Öffnung des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens in Spanien nach dem Tod Francos im Jahr 1975 gemeint. Kennzeichnend ist eine Abwendung von der Erinnerung an die geschichtliche Vergangenheit zu Zeiten Francos. Das spanische Kino sucht den Anschluss an das internationale Filmschaffen und beginnt sich nach dem Fall der Zensur im November 1977 zu öffnen. Zur vollen Entfaltung gelangt diese Entwicklung in den 1980er Jahren. Allerdings fällt diese Phase mit dem weltweiten Rückgang der Kinobesucherzahlen zusammen. Erschwerend kommt eine Faszination des jüngeren Publikums für das nun frei zugängliche US-Kino hinzu. Die Filmemacherin Pilar Miró wird unter einer neu gewählten, sozialistischen Regierung damit beauftragt, Protektionsmaßnahmen für das spanische Kino nach dem Vorbild Frankreichs einzurichten. Trotz dieser Anstrengungen und eines Anstiegs der durchschnittlichen künstlerischen Qualität der Filme sinkt die Zahl der Produktionen beständig weiter. Drei Generationen von Regisseuren treffen in den 1980er Jahren aufeinander: Die älteste Generation wird vor allem von Luis García Berlanga repräsentiert, der sich erfolgreich der Komödie zuwendet. Die Generation von Carlos Saura schwankt zwischen der Aufarbeitung der Vergangenheit und der Darstellung des aktuellen Spaniens nach Franco. Die dritte Generation tut sich erst Ende der 1980er Jahre mit einer provokanten Darstellung von Sex und Gewalt hervor. Ihr prominentester Vertreter ist Pedro Almodóvar.


Artikel zuletzt geändert am 30.07.2011


Verfasser: JT


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