Lexikon der Filmbegriffe

Sweeten

Sweeten ist ein Allerweltsbegriff, der in der Tonmischung die äußerst vorsichtige Zumischung von Zusatzgeräuschen bezeichnet, die meist mit dem dargestellten Geschehen nichts zu tun haben. So wurde in dem Feuerwehr-Film Backdraft (USA 1991, Ron Howard) eine Aufnahme von heulenden Wölfen dem Geräusch des Feuers beigemischt, um ihm eine zusätzliche Note der „Gefahr“ beizufügen. In aller Regel wird die Beimischung äußerst dezent vorgenommen, so dass sie keinesfalls wahrnehmungsauffällig wird. In der Komödie finden sich allerdings eine ganze Reihe von Fällen, in denen die Amalgamierung des eigentlichen mit einem Fremdgeräusch als Lachanlass wahrgenommen wird.
Der Begriff taucht auch im Dokumentarfilm auf, wenn es darum geht, mittels der Tonmischung eine Atmosphäre zu präzisieren, ein thematisches Anliegen zu unterstreichen und dergleichen mehr. Ein oft erwähntes Beispiel ist Frederick Wisemans High School (USA 1969), in dem ein Lied von Simon and Garfunkel, das ein Englischlehrer vom Tonband spielt, in der Tonmischung klarer und sanfter gemacht wurde, um die thematische Bedeutung des Liedes für den Film stärker herauszustreichen; dabei geht der rohe Eindruck einer O-Ton-Aufnahme einer Präsentation im Klassenzimmer aber weitestgehend verloren. 


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: AS


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