Lexikon der Filmbegriffe

Erwartungserwartung

auch: institutionalisierte Erwartung

Ursprünglich der Systemtheorie und der Sozialpsychologie zugehörig (man erwartet, dass ein anderer von einem ein gewisses Verhalten erwartet), ist der Begriff auch auf gewisse Prozesse während der Textrezeption angewendet worden: Insbesondere Spannungsdramaturgien inszenieren Erwartungen des Zuschauers, die dieser wiederum erwarten kann. Erwartungserwartungen gehören so zur Genrekompetenz (und begründen auch Rezeptionsenttäuschungen – wenn die eigentlich erwarteten Erwartungen nicht induziert werden, ist die Meta-Erwartung nicht erfüllt worden).

Literatur: Ohler, Peter: Zur kognitiven Modellierung von Aspekten des Spannungserlebens bei der Filmrezeption. In: Montage/AV 3,1, 1994, S. 133-141. – Wulff, Hans J.: Die Erzählung der Gewalt. Untersuchungen zu den Konventionen der Darstellung gewalttätiger Interaktion. Münster: MAkS Publikationen 1985. Repr. 1990.


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: HJW


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