Lexikon der Filmbegriffe

Mehrteiler

engl.: double shooting

Filme, die aus mehreren Teilen bestehen, gibt es seit der Stummfilmzeit. Anders als Serien, die von vornherein auf serielle Besichtigungsweisen angelegt waren, sind die Einzelfilme aus Mehrteilern meist für sich verstehbar; und anders als Sequels, die Geschichten fortsetzen, die sich am Markt bewährt haben, werden Mehrteiler von Beginn der Produktion an als mehrteilige Geschichten geplant (es gibt allerdings Fälle wie die Hannibal-Lecter-Filme, die ex post eine Mehrteiler-Struktur annehmen). Die meisten zerlegen dabei eine umfassende Geschichte in in sich abgeschlossene Teilgeschichten. Berühmte Beispiele sind Die Nibelungen (Deutschland 1924, Fritz Lang) mit den beiden Teilen: I: Siegfried; II: Kriemhilds Rache, das dreiteilige Antikriegs-Epos Ningen No Jôken (dt.: Barfuß durch die Hölle, Japan 1959-1961, Masaki Kobayashi) oder der Zweiteiler Novecento (Italien 1976, Bernardo Bertolucci). Mehrteilige Großprojekte wie Heimat (BRD 1984, 1992, 2004, Edgar Reitz), das insgesamt 30 spielfilmlange Teile in 3 relativ eigenständigen Zyklen und einer Gesamtspielzeit von mehr als 51 Stunden umfasst, gehören zum Fernsehzeitalter, das von Beginn an mit Mehrteilern und Kleinserien (darunter versteht man zusammenhängende Filme, die auf mehrere Sendetermine verteilt werden; ihre Länge entspricht dabei meist einem Vielfachen von 90min) kalkuliert hat. Allerdings gibt es seit den 1970ern mehrere Versuche, so etwas wie moderne, oft phantastisch angehauchte Erzählungszyklen als „neue Mythen“ zu konzipieren (wie das auf sieben Teile geplante Star-Wars-Epos, USA 1977, 1980, 1983, 1999, 2002, 2005, George Lucas, oder die dreiteilige Tolkien-Adaption Lord of the Rings, Neuseeland/USA 2001-03, Peter Jackson).

Referenzen:

Filmserie


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: AS


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