Lexikon der Filmbegriffe

Stalking

dt. manchmal: Nachsteller; der engl. Jägersprache entlehnt; to stalk = Anpirschen, Anschleichen; im kriminologischen Kontext: die fortgesetzte Verfolgung, Belästigung oder Bedrohung einer anderen Person gegen deren Willen; Stalking kann durch verschiedenste Handlungen geschehen; besonders häufig sind das Verfolgen des Opfers, Telefonanrufe bis hin zum Telefonterror, (Droh-)SMS und Belästigungen durch E-Mails (Cyberstalking), Bestellungen von Waren im Namen des Opfers und das Überwachen und Ausspionieren der Zielperson; in Deutschland inzwischen eine Straftat nach §238 StGB, Fassung v. 30.11.2006

Im Film ist das Stalking mehrfach als Thriller-Motiv bearbeitet worden – eine Gefahr, die eine der Figuren bedroht, ohne dass es erkennbare Gründe dafür gäbe, ist eine in sich paranoide Konstellation, die auf eine Katastrophe hinsteuert. Wenn in One Hour Photo (USA 2002, Mark Romanek) ein Supermarkt-Angestellter nicht nur die systematische Aushorchung einer Kundenfamilie beginnt, sondern sich als deren heimliches Mitglied fühlt, wenn in Alan Rudolphs Remember My Name (USA 1978) eine Ehefrau nach 12 Jahren Gefängnis ihren Ex-Mann zu verfolgen und zu bedrohen beginnt, wenn in Cape Fear (USA 1962, J. Lee Thompson; Remake 1991, Martin Scorsese) die Familie eines Staatsanwalts systematisch ausgeforscht wird, um dem Stalker am Ende die Gelegenheit zur Rache zu geben, wenn eine enttäuschte Freundin den Radiomoderatoren-Helden in Play Misty for Me (USA 1971, Clint Eastwood) verfolgt und immer wieder am Radio behelligt, dann deuten die Beispiele auf die wesentlichsten Motive, die den Stalker an sein Opfer binden: Rache, Sehnsucht und Begierde. 


Artikel zuletzt geändert am 22.07.2011


Verfasser: AS


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