Lexikon der Filmbegriffe

Zeltkino

engl.: cinema tent

Zeltkinos waren z.B. in der Frühzeit des Wiener Kinos beliebte Aufführungsorte, konnten sie doch innerhalb der Stadt von Ort zu Ort wandern. Das Zeltkino der Wiener Familie Geni, das zu den bekanntesten der Zeit zählte, wurde 1899 mittels einer Dampfmaschine illuminiert: Hunderte von Glühbirnen lockten das Publikum von weit her an; fünf Jahre später wurde in diesem Zeltkino eine Lichtanlage eingerichtet, die den Übergang zu ortsfesten Kinos andeutete. 1909 fasste das Zeltkino der Genis 350 Personen. 1911 wurden am gleichen Ort von Otto Marschall die Kammerspiele Westend errichtet, die 1964 geschlossen wurden.
Waren Zelte in der Frühzeit des Kinos nicht nur in Wien die normalen Veranstaltungsorte, traten sie später vermehrt auf, wenn es zu wenige Kinos gab (wie nach dem Zweiten Weltkrieg) oder wenn besondere Events mit Kinoaufführungen versorgt werden sollten. Bis heute werden manche Wanderkino-Veranstaltungen (etwa in den Badeorten an der Nordsee), Kinoveranstaltungen auf großen Ausstellungen wie der Bundesgartenschau (etwa 1963 in Hamburg) oder auf Rockkonzerten (wie im dänischen Roskilde) in Zelten angeboten. 


Artikel zuletzt geändert am 29.05.2012


Verfasser: JH


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