Lexikon der Filmbegriffe

Drehbuch: Vorstufen

Es gibt mehrere Vorstufen des eigentlichen Drehbuchs. Nicht immer werden alle diese Stufen in einer Drehbuchentwicklung durchlaufen; manchmal werden die mit den Vorformen des Buchs verbundenen Phasen der Entwicklung mehrfach durchlaufen.

– Das Exposé ist eine sorgfältige, undetaillierte Beschreibung der grundlegenden Ideen und des Handlungsverlaufs; diese erste Fassung kann auch durch eine Drehbuchkonferenz ersetzt sein, auf der der Autor in Kooperation mit dem Produzenten (und ggf. dem Regisseur) des geplanten Films den Handlungsverlauf festlegt.
– das Treatment ist umfassender, enthält Ortsbeschreibungen, manchmal auch Dialoge; eine Aufteilung in einzelne Szenen erfolgt ebenso wenig wie eine Vorstrukturierung der filmischen Form;
– das Rohdrehbuch enthält schließlich alle vom Drehbuchautor festzulegenden, die Geschichte, die Figuren und die Themen betreffenden Details;
– in Kooperation mit dem Produzenten, dem Regisseur und möglicherweise anderen an der Realisierung des Films Beteiligten entsteht schließlich das endgültige Drehbuch.

Ein Drehbuch erweist sich so als Folge von auch formal unterschiedlichen Drehbuchfassungen; entsprechend ist die Drehbucharbeit in einer genealogischen Sequenz von Vorstufen des endgültigen Buchs (und eigentlich des realisierten Films) manifestiert. Entsprechend sind die verschiedenen Formen des Buchs keine „Werke“ in einem kunstästhetischen Sinne, sondern „Zwischenwerke“, die andere Texte erst ermöglichen sollen. 


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: JH


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