Lexikon der Filmbegriffe

Kinonamen

Die Kinos gehörten von Beginn an wie die Variétés, Tanzsäle und Hotels der neuen Freizeitsphäre an. Ihre Namen signalisierten – wie die Namen anderer Freizeiteinrichtungen auch – die Zugehörigkeit zu den Zerstreuungsqualitäten dieses Alltagssegments. Sie luxurieren den Ort, sind ein elementares Mittel des Marketing. Die Namen referierten von Beginn an auf Zufluchtsorte (Alhambra, Egyptian, Granada, Rivoli, Kosmos, Universum u.ä.), stellten Bezüge zur Kultur und Götterwelt der Antike her (Apollo, Capitol, Colosseum, Odeon, Olympia, Palladium), nutzten die Bezeichnungen von zeitgenössischen Repräsentationsbauten (Ambassador, Astoria, Majestic, Royal, Palast [etwa: Zoo-Palast], Scala) oder signalisierten den urbanen Charakter des Kinovergnügens (Broadway, City, Piccadilly). Programmbezeichnungen (Aki = Aktualitäten-Kino, Lupe, Arthaus-Kino) oder selbsterklärende Namen für die Art des Kinos (Cinemaxx) sind fast immer neueren Datums. Die Tradition der anspielenden Kinonamen wird in Las Vegas zur Bezeichnung der Vergnügungs-Paläste weitergepflegt (Aladdin, Tropicana, Caesar‘s Palace, Stardust). 


Artikel zuletzt geändert am 31.07.2011


Verfasser: AS


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