Lexikon der Filmbegriffe

Merton Park Studios

Auf dem Gelände der Merton Park Studios, in einem südwestlichen Vorort Londons lokalisiert, entstanden wohl schon vor dem ersten Weltkrieg kurze Filme (wegen der Landschaft und der Nähe zu London). 1931 baute die Firma Sound Services das zur Industrieerschließung freie Gelände in ein Studio um; 1937 wurde Merton Park Studios gegründet, die den Komplex bis zum Ende 1967 betrieben. Während des Krieges waren die Studios sogar die Exil-Adresse von Radio Luxemburg. Hier entstanden nach Informationsfilmen während der Kriegszeit vor allem in den 1950ern bis 1967 mehr als 130 Spielfilme (der Höhepunkt der Produktivität lag Anfang der 1960er mit 13 Filmen 1961 und je 12 Filmen in den drei folgenden Jahren). Merton Park war ein Studio der Low-Budget-Filme; darum lag es nahe, dass seit den 1950ern zunehmend Fernsehproduktionen im Studio realisiert wurden. Außenaufnahmen fanden in unmittelbarer Nachbarschaft statt – viele der Filme waren Krimis, in denen sich eine Verfolgungsjagd einen nahegelegenen Hügel hinauf oder hinab findet, die zugleich die landschaftlichen Schönheiten des Themse-Tals zeigt. Stars waren beim Studio nicht unter Vertrag. Aber da die Produktionszeiten sehr kurz waren (für einen Film ca. 14 Tage), gelang es immer wieder, selbst Größen wie James Mason und Merle Oberon für einzelne Projekte zu gewinnen. Bekannt wurden die Merton Park Studios vor allem als Produktionsstätten einiger früher Fernsehserien: Vor allem die Edgar Wallace Mysteries (aka: Edgar Wallace Mystery Theatre, 1960-65, 47 Ausgaben zzgl. 7 Einzelfilme) machten das Studio bekannt. Die beiden Serien Scotland Yard (aka: Case Histories of Scotland Yard, 1953-61, 39 Ausgaben) und die dieser ähnelnden Scales of Justice (1962-1967, 13 Ausgaben) wurden durch den skurrilen Kriminalisten Edgar Lustgarten anmoderiert.


Artikel zuletzt geändert am 30.07.2011


Verfasser: JH


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