Lexikon der Filmbegriffe

Act curtain

oft auch kurz: curtain

Spielerische Bezeichnung für eine musikalisch ausgedrückte Eröffnung oder Beendigung eines „Aktes“ der Spielhandlung. Ursprünglich aus dem Theater stammend, war es üblich, einzelne Akte durch die Öffnung oder Schließung des Bühnenvorhangs anzuzeigen. In Film und Fernsehen hat sich diese Interpunktions-Funktion u.a. auf den Einsatz musikalischer Mittel verlagert – sei es, um tatsächlich Zeit- und Ortssprünge in der Handlung ebenso kenntlich zu machen wie zu überdecken, sei es, um im Fernsehen das Ende des Spiels und den Beginn der Werbepause (oder umgekehrt) zu markieren. Geht es im Film darum, affektiv aufgeladene Hinweise auf die Gliederung des Spiels zu geben, dienen act curtains im Fernsehen eher der Lenkung der Aufmerksamkeit, markieren sie doch Grenzen des Diegetischen. Im Kino setzt der act curtain als leise anklingende Musik oft schon unter dem letzten Stück des Dialogs ein, schwillt dann in Lautstärke und Intensität zu dominierendem Ton an und wird wieder unter den ersten Bildern der folgenden Szene zurückgenommen. 


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: AS


Zurück