Lexikon der Filmbegriffe

Beziehungen im Alltag

Meist thematisiert in sogenannten „kleinen“ Filmen, die in unspektakulärem Milieu spielen und Alltagsschicksale ohne große Gesten oder tragische Ausgänge zeichnen. Es herrscht ein realistischer, entdramatisierender Stil vor. Häufig agieren Charakterdarsteller statt Stars. Die Handlung kreist um Konflikte, die auf „natürlichen“ Dialogen und psychologischen Beobachtungen beruhen. Im Mittelpunkt steht eine persönliche Beziehung, z.B. eine vielschichtige, uneindeutige Liebesgeschichte, die verschiedene Phasen durchläuft und oder auch wieder abgebrochen wird (keine lodernde Leidenschaft wie im Melodrama). Oder es wird die Geschichte einer Freundschaft erzählt, auch Annäherungs- und Loslösungsprobleme in Generationsbeziehungen. Der abgegriffene Spruch „Geschichten, die das Leben schreibt“ ist hier meist recht stimmig als Umschreibung.

Beispiele: Pane, Amore e Fantasia (Italien 1953, Luigi Comencini); Tokyo Monogatari (Japan 1953, Yasujiro Ozu); Pather Panchali (Indien 1955, Satyajit Ray); High Hopes (Großbritannien 1988, Mike Leigh); Je vais bien, ne t‘en fais pas (Frankreich 2006, Philippe Lioret).


Artikel zuletzt geändert am 28.07.2011


Verfasser: UK


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