Lexikon der Filmbegriffe

Barbarenfilm

Der Barbarenfilm ist ein Mischgenre zwischen Sandalen- und Fantasyfilm. Er ist in einer fiktiv-mythischen Vorzeit angesiedelt und erzählt die Geschichte eines oft schon im Titel benannten Helden. Das Barbarenhafte ist nicht dem Charakter oder seiner Gesinnung – er ist meist naiv und gut – zugeschrieben, sondern seiner unermesslichen Kraft, seiner Rigorosität als Krieger und der Härte und Erbarmungslosigkeit, mit der er Konflikte austrägt. Die dargestellte Welt ist in einem frühzivilisatorischen Zustand, politische Ordnungen, die nachbarschaftliche Beziehungen regulieren, existieren nicht; gegen bedrohliche Kulte, aber auch Herrscher-Figuren oder Volksstämme, die nach Verbreiterung ihrer Machtbereiche drängen und dies mit brutaler Gewalt zu erreichen suchen, stehen die Barbaren-Helden auf, mit ihren Schwertern richten sie eine neue Ordnung auf (oder re-installieren die alte). Die körperliche Auseinandersetzung – als Schwert- oder Faustkampf – dominiert die Auseinandersetzung, was auch durch die Spärlichkeit der Kleidung der Helden unterstützt wird. Es ist kein Zufall, dass der Bodybuiling-Weltmeister Arnold Schwarzenegger als Conan the Barbarian (USA 1982, John Milius, nach einer Trivialserie der 1930er) dem Kleingenre Gesicht und Gestalt gab. Mit Laurene Hundon als Hundra (Spanien/USA 1983, Matt Cimber) und Brigitte Nielsen als Red Sonja (USA/Niederlande 1985, Richard Fleischer; männlicher Hauptdarsteller: Schwarzenegger) traten auch weibliche Barbaren-Heldinnen auf. Das Genre hatte nach Conan eine kurze Blütezeit; die meisten Filme der Gruppe waren Billigproduktionen italienischer Herkunft (wie Ator, l'Invincibile, Italien 1982, David Hills, oder Ator il Guerriero di Ferro, Italien/USA 1987, Alfonso Brescia) – so dass die Bezüge zum Sandalenfilm der 1960er auf der Hand liegen. Schon in der zweiten Hälfte der 1980er versiegte das Kleingenre wieder.

Literatur: Ringer, Erhard: Das Conan-Universum. Handbuch zum Conan-Zyklus. München: Heyne 1992.

Referenzen:

sword and sorcery


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: AS


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