Lexikon der Filmbegriffe

creative industries

manchmal auch: creative economy; gelegentlich abgekürzt: Cis; dt. selten: Kreativindustrien

Unter dem wirtschaftswissenschaftlichen und kulturpolitischen Schlagwort Creative Industries fasst man solche Bereiche der Gesamtwirtschaft zusammen, die Produkte herstellen und auswerten, die auf kreativen künstlerischen und intellektuellen Fähigkeiten beruhen. Zu diesem Bereich, der insbesondere in den Ländern der Ersten Welt seit Jahren kontinuierlich wächst, gehören alle (bildenden und darstellenden) Künste, Literatur, Musik, Film und Fernsehen, Kulturinstitutionen wie Museen oder Bibliotheken, die Spieleindustrie, der Bereich Mode/Design und große Teile der Werbung, der Software- und Multimedia-Produktion. Oft werden Nonprofit- (wie Museen) von Profit-Bereichen (wie den Kinos) getrennt, wobei deutlich ist, dass die Grenzen zunehmend verwischen. Ebenso werden massenmediale Bereiche (wie Film und Video) von solchen unterschieden, in denen es um besondere Objekte an besonderen Orten geht (wie Kunstwerke in Museen).
Nach Caves‘ einflussreicher Studie sind die Kreativindustrien durch eine Reihe besonderer Charakteristika ausgezeichnet, die ihre ökonomische Eigenständigkeit ausmachen (vom Prinzip des Kunsts-um-der-Kunst-willen bis hin zur Notwendigkeit, Produkte dieser Industrien durch Urheberrechts-Regelungen zu schützen). Allerdings ist evident, dass es kaum möglich ist, einheitliche Kategorien zur Beschreibung der Besonderheiten der CIs zu finden. Deutlich ist aber, dass der Begriff eine Teilindustrie zu beschreiben sucht, die von großer ökonomischer Bedeutung ist. Mehr als Dreiviertel des Umsatzes werden durch die Teilbereiche Design, Presse, Radio/Fernsehen und Film gemacht, wobei die Softwarebranche sich inzwischen zu den umsatzintensiven Feldern gesellt; Schätzungen für Großbritannien gehen von mehr als 1 Million Arbeitsplätzen und weit über 100 Milliarden englische Pfund Umsatz aus. 

Literatur: Caves, Richard E.: Creative Industries. Contracts between Art and Commerce. Cambridge, Mass.: Harvard University Press 2000. Mehrere Neuaufl. – Caves, Richard E.: Organization of arts and entertainment industries. In: Handbook of the economics of art and culture. 1. Amsterdam[...] : Elsevier 2006, S. 533-566. – Caves, Richard E. / Guo, Karen: Switching channels. Organization and change in TV broadcasting. Cambridge, Mass. [...]: Harvard University Press 2005.
 

Referenzen:

Kulturindustrie


Artikel zuletzt geändert am 18.01.2012


Verfasser: HHM


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