Lexikon der Filmbegriffe

Klick-Verfahren

engl., gelegentlich auch dt.: click; auch: click track; selten auch dt.: Klick-Track

Wird ein fertig geschnittener Film mit Musik unterlegt, hilft ein mittels Kopfhörer übertragener „Klick“-Ton dem Dirigenten und den Musikern, während der Aufnahme ganz exakt das Metronom zu halten: Die fertig komponierte Musik muß bildfeldgenau auf den Film abgestimmt werden. Die Filmkomponisten setzten entweder ein gleiches Metronom für alle Stücke des Films oder wechselten es, dem Charakter der jeweiligen Stücke folgend. Meist setzte der Rhythmus der Klicks schon vor der Stelle ein, an der die Musik einsetzen sollte, um die Musiker auf den folgenden Rhythmus einzustimmen (man spricht bei solchen nicht mit Musik verbundenen Klicks auch von free clicks). Kam es während der Aufnahmen zu Übersprechungen zwischen Kopfhörern und Mikrophonen, so dass das Klick-Geräusch in der Aufnahme hörbar wurde, spricht man vom click bleed (wörtlich: „Klick-Bluten“).
Die Klicks des Klick-Verfahrens geben nicht das Metronom der Musik ab, sondern sind wie ein regelmäßiger Puls der Abfolge der Filmbilder zugeordnet. Darum auch müssen die Partituren mit den Klick-Rhythmen abgestimmt werden. Sie werden in „Klicks pro Minute“-Angaben (= beats per minute, BPM) festgelegt, wobei die Anzahl der Einzelkader + ein Achtel der Einzelbilder (half-sprockets) angegeben wird. Ein 24-0-Klick ist also ein Klick pro Sekunde (BPM: 60); ein 12-2-Klick dagegen ertönt alle 12+2/8-Bilder (oder alle 0,51sec, BPM: 117,55).
Das Verfahren wird dem Komponisten Max Steiner zugeschrieben, der es angeblich für die Einspielungen zu dem Film The Informer (USA 1935, John Ford) entwickelt hatte. Tatsächlich entstammt das Verfahren aber wohl der Bild-Ton-Synchronisation von animierten Filmen aus den Disney-Studios. Heute wird das ältere akustische Klick-Verfahren durch die Orientierung der Musiker am Timecode ersetzt.
 

Referenzen:

free-time


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: AS


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