Lexikon der Filmbegriffe

Gewandmeister / Schneider

auch: Näherei (engl.: seamstress)

Gewandmeister(innen) interpretieren die skizzierten Entwürfe der Kostümbildner(innen) und setzen sie in eine Schnittkonstruktion um. Ihre Aufgabe ist es auch, die weiteren Schritte der Fertigung auf den Termin- und Kostenrahmen abzustimmen. Die Schneider(innen) sind für den Zuschnitt und das Zusammenfügen der Stoffkomponenten zuständig.
Für die stimmige Umsetzung eines Kostümbildentwurfs sind u.a. Details, die sich aus der Dramaturgie ergeben, wichtig, wie etwa das künstliche „Altern“ von Kleidern, das Anbringen von Tragefalten oder Verschmutzungen. Unter Anleitung der Gewandmeister(innen) fertigen Schneider(innen) Kostüme bzw. passen vorhandene Bekleidung aus dem Fundus den Entwürfen an. Sie müssen auch historische Bekleidung wie Unterwäsche, Korsagen, Hemden, Anzüge, Uniformen, Kinderkleidung sowie Damenkleider verschiedenster Moderichtungen anfertigen können.
Das Berufsbild der Schneider war bis 2004 noch differenziert in die Ausbildungsberufe Damen-, Herren- und Wäscheschneider(in). In der aktuellen Ausbildungsordnung sind diese Berufe unter der Bezeichnung ‚Maßschneider(in)‘ mit der Möglichkeit der Spezialisierung während der 3jährigen Lehrzeit zusammengefasst. Gewandmeister(innen) durchlaufen nach der Schneiderlehre eine auf die Bedürfnisse von Theater, Oper und Film zugeschnittene Zusatzausbildung an Fachschulen.


Artikel zuletzt geändert am 01.08.2011


Verfasser: VT


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