Lexikon der Filmbegriffe

Kostümbildner

manchmal kurz: Garderobe; selten auch: Garderobier; engl.: costume designer, costumer, wardrobe supervisor

Kostümbildner(innen) entwickeln anhand des Drehbuchs die Bekleidung der agierenden Figuren. Dieses Tätigkeitsfeld entstand – in Anlehnung an die Theaterberufe – in den 1910er Jahren mit der Verbreitung des jungen Mediums Film. Es wurde in der Anfangszeit oft auch von Bühnenbildnern ausgeführt.
Bis heute gibt es für den Beruf der Kostümbildner(innen) keinen festgeschriebenen Ausbildungsgang. Bevor an Hochschulen eigene Studiengänge für Bühnen- und Kostümbild sowie Kostümgestaltung angeboten wurden, erfolgte der Berufseinstieg typischerweise mit einer Gesellenprüfung im Schneiderhandwerk und der Prüfung zum Gewandmeister. Auch die Ausbildung zum Mode-Designer ist eine Ausgangsbasis. Zentrale Fähigkeiten der Kostümbildner/innen sind Kenntnisse der Kunst- und Kulturgeschichte, dramaturgisches Denken, Farben- und Formensinn und zeichnerisches Talent. Im Umgang mit Schauspielern ist psychologisches Einfühlungsvermögen gefordert sowie organisatorisches Talent bei der Zusammenarbeit mit Regie, Kamera, Szenenbild und Maske.
Der Beruf der Kostümbildner(innen) wird sowohl im Angestelltenverhältnis als auch freiberuflich ausgeübt. Seit 1983 werden die Interessen vom Berufsverband der Szenenbildner, Filmarchitekten und Kostümbildner (S/F/K) vertreten. Kostümbildner/innen sind die Hauptkunden der Theaterkunst. In Absprache mit der Kostümleitung der Firma lassen sie in den Werkstätten nach ihren Entwürfen Kostüme anfertigen und suchen im Fundus nach geeigneten Stücken. Heute arbeiten Kostümbildner/innen mit digitalem Recherchematerial und Fotosammlungen.

Referenzen:

Figurine

Garderobe

Kostümberufe

Kostümbildnerei

Kostümleitung


Artikel zuletzt geändert am 07.02.2012


Verfasser: VT


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