Lexikon der Filmbegriffe

Mikrofone

Schallquellen erzeugen Druckimpulse in der Luft und anderen Medien. Diese Druckimpulse werden durch die Stärke der Impulse und die Frequenz moduliert und als Schallwellen bezeichnet. Mikrofone wandeln diese Schallwellen in elektrische Impulse. Im Mikrofon trifft die Schallwelle auf eine dünne Membran, die dadurch in Schwingungen versetzt wird. Im Wesentlichen gibt es zwei Möglichkeiten, aus diesen Schwingungen elektrische Impulse zu erzeugen:

(1) Eine elektrisch leitende Membran bildet zusammen mit einer Gegenelektrode einen Kondensator – je näher eine Schalldruckwelle die Membran mit der Gegenelektrode zusammenbringt, ein desto stärkeres elektrisches Feld entsteht dazwischen. Aus diesem elektrischen Feld kann eine elektrische Spannung abgeleitet werden, das Tonsignal. Diese Bauart nennt sich Kondensator-Mikrofon. Da die Membran nur eine geringe Masse besitzt, weist sie auch nur eine geringe Trägheit gegenüber Schallwellen auf, sie ist also in der Lage, Schallwellen sehr originalgetreu in Tonsignale umzusetzen. Kondensator-Mikrophone sind auf eine Stromversorgung angewiesen, diese kann über das Mikrofonkabel erfolgen (Phantomspeisung, 48V), oder bei den sogenannten Elektret-Kondensatormikrofonen mittels einer Batterie.
(2) Bei dynamischen Mikrofonen überträgt die Membran die Schallschwingungen auf eine Spule und diese bewegt sich im Takt der Schwingungen an einem Magneten vorbei. Dadurch wird eine elektrische Spannung in die Spule induziert, die sozusagen eine analoge elektrische Abbildung der Schallwelle darstellt. Membran und Spule bilden zusammen eine vergleichsweise große Masse, die eher träge auf Schallimpulse reagiert, diese Mikrofone sind also nicht so empfindlich wie Kondensatormikrofone. Sie eignen sich aber sehr gut als Sprechermikrofone oder für Gesangsaufzeichnungen.

Literatur: Gayford, Michael (ed.): Microphone engineering handbook. Oxford [...]: Focal Press 1994. – Rumsey, Francis / McCormick, Tim: Sound and Recording. An Introduction. 2nd Edition. Oxford: Focal Press 1994. – Whitacker, Jerry C. (ed.): Master handbook of audio production. A guide to standards, equipment, and system design. New York [...]: McGraw-Hill 2003.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: DF


Zurück