Lexikon der Filmbegriffe

Modistin / Putzmacher / Hutmacher

Alle drei Berufe fertigen Kopfbedeckungen: Hutmacher(innen) Herrenhüte, Putzmacher(innen) modische Damenhüte und Modist(innen) sind für die modische Ausstattung des Gesamtkostüms zuständig.
Ursprünglich gab es auch unterschiedliche Ausbildungsgänge, bis 1998 die neue Handwerksordnung die Berufe unter der Bezeichnung Modist(in) zusammenführte. Der Beruf verlangt ein hohes Maß künstlerischer Kreativität, ein geschultes Auge für Farben und Formen und handwerkliches Geschick. Hutformen, Filzstumpen, Draht und Maschinen, mit deren Hilfe die Passformen von Hüten erstellt werden, sind die Werkzeuge und Arbeitsmaterialien. Traditionell werden Filz, Stroh, Pelz und Tuch verarbeitet. Dekoriert wird mit Blüten, Federn, Tüll, Schleiern und vielem mehr. Bis in die 1960er Jahre waren Hüte sehr gefragt und die Berufe verbreitet, da kaum jemand ohne Hut vor die Tür ging. Heute ist Modist/in ein eher seltener Ausbildungsberuf. Doch für Film und Bühne hat er seine Bedeutung behalten; denn dort ist der traditionelle Herrenhut oder Zylinder noch ebenso gefragt wie fantasievolle Damenhutkreationen vergangener Jahrhunderte.
Von der Firma Theaterkunst wurden Hüte und andere Kopfbedeckungen bis in die 1980er Jahre durch angestellte Facharbeiter(innen) gefertigt. Erst mit dem Rückgang der Aufträge für Neuanfertigungen wurde die Abteilung aufgelöst und die Aufträge an selbständige Handwerksbetriebe vergeben.


Artikel zuletzt geändert am 31.07.2011


Verfasser: VT


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