Lexikon der Filmbegriffe

Pop-Ikone

von griech.: eikon = Bild, Abbild, + pop[ulärkulturell]; usprünglich ist ein „Ikon“ ein Kultbild der griechisch-orthodoxen Kirche, das eine Heiligenfigur und/oder Ereignisse aus der biblischen Geschichte auf einer Bildtafel darstellt; ihr galt eine ausgesprochene Ikonenverehrung

Manche Figuren der Populärkultur wie James Dean, Marianne Faithful, John Lennon, Madonna, David Bowie oder Marilyn Monroe werden als „Bilder“ gewusst und kulturell kommuniziert, nicht so sehr als Schöpfer von Musik oder Filmen. Derartige Bilder sind Teil des Wissenszusammenhangs einer Gesellschaft, markieren und indizieren gewisse Haltungen, Lebenshaltungen, Erfahrungsmuster. Eines der wichtigsten Themen der Pop-Ikonen seit den 1970er Jahren ist der Umgang mit Geschlechterrollen gewesen.
Pop-Ikonen bilden einen eigenen diffusen Horizont von Bedeutungen aus, der sich als Stil- und Design-Phänomen niederschlägt, so dass sie sowohl in eine ökonomische wie symbolische Zirkulation eingestellt sind. Die Tendenz, öffentliche Figuren zu „Ikonen“ zu transformieren, geht weit über die Kulturindustrie hinaus: Künstler wie Salvador Dali oder Andy-Warhol, Akteure des Musik-Business wie Herbert von Karajan oder Maria Callas, sogar Polit-Figuren wie Adolf Hitler, Mao Tse-Tung oder Che Guevara können zu Bild-Zeichen werden, die im populärkulturellen Gebrauch zu reinen Stil-Figuren absinken, die ursprüngliche Repräsentanz als Vertreter kultureller, ideologischer oder politischer Richtungen einbüßen und zu allgemeinen Indikatoren von Lebens- und Welthaltungen werden.

Literatur: Gaines, Jane Marie: The popular icon as commodity and sign. The circulation of Betty Grable, 1941-45. Ph.D. Thesis, Northwestern University 1982. – Meteling, Arno: Batman. Pop-Ikone und Mediensuperheld. In: Bernd Kiefer/Marcus Stiglegger (Hg.): Pop & Kino. Von Elvis zu Eminem. Mainz: Bender 2004, S. 161-174. – Volkmann, Laurenz: Madonna und postmoderne Identitätskonstruktionen. Die Warenlogik der Unterhaltungsindustrie. In: Magazin für Theologie und Ästhetik, 23, 2003 [ULR: http://www.theomag.de/23/lv1.htm].


Artikel zuletzt geändert am 10.02.2012


Verfasser: HJW


Zurück