Lexikon der Filmbegriffe

Rüstmeister

Rüstmeister fertigen Kostüme und Accessoires aus Metall für Film-und Bühnenproduktionen. Neben Rüstungen und Waffen entstehen in ihren Werkstätten auch Masken, Kronen, feine Metallkonstruktionen für Kopfbedeckungen sowie spezieller Metallschmuck.
Bis ins 17. Jahrhundert war es der Plattner, der mit der Anfertigung von Rüstungen befasst war. Diese wurden aus körpergerecht geformten einzelnen Stahlplatten gefertigt, um die Krieger vor Verletzung durch Stichwaffen zu schützen. Die einzelnen Platten wurden so flexibel miteinander verbunden, dass sich der Träger darin bewegen konnte. Mit dem Einsatz von Schusswaffen verlor seit dem 17. Jahrhundert dieser stählerne Körperschutz seine Bedeutung. Rüstungen kamen noch in Turnieren zum Einsatz und als Statussymbol des Adels. Der Beruf des Plattners wurde immer seltener.
Rüstungen, die für Film und Bühne gefertigt werden, müssen nicht notwendiger Weise aus Stahl sein. Sie werden schneller aus Kupfer- oder Messingblech geschnitten, gedengelt und gebogen und sind zudem wegen ihres geringeren Gewichts für Schauspieler angenehmer zu tragen. Will man ihnen das Aussehen von originalen historischen Stahlrüstungen verleihen, so werden die Oberflächen behandelt – z.B. vernickelt oder verchromt. Rüstmeister ist kein Ausbildungsberuf. Die Tätigkeit wird von gelernten Metallberufen wie Kupferschmieden, Klempnern oder Werkzeugmachern ausgeübt. Die Firma Theaterkunst beschäftigte bis Mitte der 1960er Jahre einen Rüstmeister und hat einen umfangreichen Fundus seiner Produkte.


Artikel zuletzt geändert am 23.07.2011


Verfasser: VT


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