Lexikon der Filmbegriffe

Katalysator

(1) engl.: catalyst, auch: catalyst character

In der Chemie ist ein Katalysator ein Stoff, durch den eine chemische Reaktion ausgelöst oder beschleunigt wird. Der Katalysator selbst wird durch die Reaktion nicht verändert. Das Bild der Katalyse ist in der Drehbuchliteratur mehrfach aufgenommen worden. Der Katalysator ist hier eine Figur, die den Protagonisten zu Entscheidungen und Handlungen zwingt und damit in besonderem Maße zum Vorankommen der Geschichte beiträgt. Manchmal liefern sie Informationen, die es dem Helden gestatten, den Konflikt neu zu definieren und sich entsprechend anders zu verhalten.

(2) engl.: catalyst

In der amerikanischen Drehbuchliteratur wird das „auslösende Ereignis“ gelegentlich catalyst genannt (oder auch: inciting incident; manchmal auch: call to adventure). Damit wird jenes Geschehen bezeichnet, das in der Anfangsphase der Geschichte dazu dient, das (oft nur implizite) Handlungsziel des Protagonisten zu kennzeichnen, den elementaren Konflikt, in dem er steht, zu präzisieren oder auch die Mission deutlich zu machen, die ihn von nun an zum Handeln zwingt. Wenn Luke Skywalker also in Star Wars (1977, George Lucas) versehentlich eine holographische Botschaft von Prinzessin Leia erhält, in der sie um Hilfe bittet („Help me, Obi-Wan, you‘re my only hope“), ist sein Engagement im Kampf gegen den Death Star auf den Weg gebracht (wobei es irrelevant ist, dass es sowohl Gerechtigkeitsempfinden wie Faszination für die Prinzessin sind, die ihn in die Geschichte binden). In Witness (1985, Peter Weir) ist der Mord und die Tatsache, dass der kleine Junge zum Augenzeuge wurde, der Katalysator für das folgende Geschehen.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: AS


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