Lexikon der Filmbegriffe

4-Kanal-Magnetton

auch: 4-Kanal-Magnetraumton

Der vierkanalige Magnetton bestand aus drei Bühnenkanälen (links, mitte, rechts), die die Lautsprecher hinter der Leinwand, und einen Effektkanal (heute meist: Surround), der die Saallautsprecher speiste. Bei den Magnetverfahren wurde eine Magnetbandbeschichtung neben der Filmperforierung aufgeklebt resp. aufgedampft („bespurt“). Vier Tonköpfe nahmen das Signal für jeden Kanal einzeln ab. Durch die hohe Durchlaufgeschwindigkeit hatte der Ton – trotz der schmalen Spuren – nahezu Studioqualität. Eine vierte Tonspur, die „Effektspur" enthält besondere Toneffekte, die über eine Anzahl im Raum verteilter Lautsprecher wiedergegeben werden. Die Signale auf dem Effektkanal (z.B. das Donnergrollen eines Gewitters) wurde nur bei gewissen Szenen des Films aufgezeichnet – darum war der Effektspur ein 12-kHz-Steuersignal überlagert, mit dessen Hilfe der Effektkanal nur bei den gewünschten Szenen eingeschaltet wurde.


Das 4.0-Magnetton-Verfahren gab es bis in die hohen 1970er, wurde dann durch die ersten Dolby-Verfahren abgelöst, weil damit die teure Magnettonschicht auf dem Filmstreifen eingespart werden konnte, die zudem äußerst anfällig für mechanische Beschädigungen war.

Referenzen:

WarnerPhonic Sound


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JH


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