Lexikon der Filmbegriffe

A F of M

auch: A. F. of M., AFM; eigentlich: American Federation of Musicians; auch: [The] Musicians Union

Die AFM wurde 1896 gegründet und repräsentierte schon damals annähernd 3.000 Musiker in den USA. Jeder Musiker, der für seine Arbeit bezahlt wird, kann durch die AFM vertreten werden. Schon nach 10 Jahren hatte die Musiker-Gewerkschaft auch eine kanadische Abteilung; sie war in 424 lokale Vertretungen (Locals) aufgegliedert und vertrat inzwischen 45.000 nordamerikanische Musiker. Eine schwere Krise bedeutete die Einführung des Tonfilms, die 22.000 Kinomusiker arbeitslos machte. Es waren nur wenige Hundert Studiomusiker, die an deren Stelle Arbeit fanden. Es gelang der AFM aber, Tarifverträge mit allen Tonsystem-Anbietern auszuhandeln – ermöglicht durch die Tatsache, dass die Synchronisation von Bild und Ton schwierig war. Die Gründung einer Music Defense League (1930), die sich gegen die Verwendung aufgezeichneter Musik (canned music ) im Kino – also gegen den Tonfilm – wendete, wirkt dagegen wie ein anachronistischer Versuch, die neue Technik abzuwehren. Um 1940 gelang es, eine Stiftung (Recording and Transcription Funds; später umbenannt in: Recording Industries Music Performance Trust Funds) zu gründen, deren Erträge bis heute in die Pflege der Musikkultur, die Finanzierung musikalischer Events und insbesondere die Ausbildung von Musikern und Komponisten in den USA und Kanada fließt. Ein erster Tarifvertrag mit der Filmindustrie datiert aus dem Jahre 1952, ein Hinweis darauf, dass sich die Arbeitsverhältnisse in Hollywood normalisierten. Heute ist die Frage der Urheberrechte, die Sicherung der Rechte in neuen Verbreitungs- und Nutzungsmedien von ebensolcher Bedeutung wie die Aushandlung von Tarifen und die Vertretung der Rechte von Musikern gegenüber den Arbeitgebern.

Homepage: http://www.afm.org/


Artikel zuletzt geändert am 14.01.2012


Verfasser: HHM


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