Lexikon der Filmbegriffe

Horrorkomödie

Horrorkomödien stellen ein Hybrid der Genres Horrorfilm und Filmkomödie dar. Im engeren Sinne werden darunter solche Spielfilme gefasst, die von Motiv und Sujet her dem Horrorgenre zugerechnet werden müssen, durch verschiedene Verfahren der Komik-Erzeugung (Komödie; Black Comedy) jedoch das vornehmliche Ziel des Horrorfilms, Angst und Schrecken beim Zuschauer auszulösen, untergraben und ihn anstelle dessen oder zusätzlich zum Lachen reizen. In einem weiteren Sinne können unter Horrorkomödien auch Parodien von Horrorfilmen gefasst werden, die ihre Vorlage durch Karikierung oft bis ins Groteske überzeichnen. Ist der parodistische Charakter nicht schon in den Paratexten des Films angedeutet (etwa im Titel, wie Shriek If You Know What I Did Last Friday the Thirteenth, der sich gleich hier auf drei bekannte Horrorfilme – Scream, I know what you did last Summer und Friday the 13th bezieht), so muss er häufig durch das Referenzwissen des Zuschauers erkannt werden. Der komische Effekt liegt dann oft schon in diesem Wiedererkennen selbst (siehe: postmoderner Film, Zitat, Doppelkodierung).
Im weitesten Sinne lassen sich auch solche Horrorfilme als Horrorkomödien rezipieren, die durch ihre besonders schlechte Machart (erkennbare/schlechte Spezialeffekte, allzu schablonenhafte Figurenzeichnung, Anschlussfehler etc. – wie beispielhaft in den Filmen von Edward D. Wood, Jr.) auffallen oder aufgrund ihres Alters nicht mehr gruselig wirken, weil die in ihnen verhandelten Motive und Sujets überkommen wirken (zahlreiche die Monsterfilme der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts fallen hierunter). Diese letzte Kategorie von Horrorkomödie ist allerdings sehr vom Alter, Vorwissen und Filmsozialisation des jeweiligen Zuschauers abhängig. Im postmodernen Kino sind solche Filme zeitweise absichtlich schlecht produziert worden, um damit an Traditionen des Horrorkinos (z.B. das so genannte Grindhouse Cinema) anzuschließen. Regisseure wie Rob Zombie (House of 1000 Corpses) oder Robert Rodriguez (Planet Terror) haben solche Filme als Hommagen an das Horror-Trash-Kino der 1970er Jahre angelegt.

Literatur: Baumann, Hans D.: Horror. Die Lust am Grauen. München: Heyne 1989. – Hallenbeck, Bruce G.:  Comedy-Horror Films: A Chronological History, 1914-2008. Jefferson, NC: McFarland 2009.

Referenzen:

grindhouse film

Horrorkomödie: Geschichte


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: SH


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