Lexikon der Filmbegriffe

Auxetophon

von griech.: aux = anheben + phon = Ton

Die Geschichte des Auxetophons beginnt mit der Erfindung erster Überlegungen, Lautsprecher mittels der Kompression von Luft zu betreiben. Das erste Patent wurde 1878 für Edison ausgestellt. Die beiden Engländer Horace Short, der das Verfahren entwickelte (Patente 1898 und 1901), und der Industrielle Sir Charles A. Parsons, der das Verfahren kaufte und ab 1903 weiterentwickelte, es ab 1906 zur pneumatischen Verstärkung von Musikinstrumenten und Grammophonen verkaufte, nannten das von ihnen entwickelte System Auxetophone. Vor allem die amerikanische The Victor Talking Machine Company (in Camden, NJ), die 1906 eine Lizenz erwarb, stellte bis 1924 mehr als 800 Auxetophones her, die meist zur Beschallung von Restaurants, aber auch für Parties eingesetzt wurden. Obwohl es Vorüberlegungen gab, kam das Verfahren im Kino nie zur Anwendung. Das von Oskar Messter 1903 patentierte Auxtephone dagegen war von vornherein für den Kinoeinsatz konzipiert.
Verwendet wurde ein Grammophon, das aber für die Anwendung im Kino die Länge der Filme auf ca. 3min begrenzte. Es gab mehrere Versuche der Applikation – Messter etwa stellte schon 1903 ein eigenes Auxetophon vor, 1907 folgte Gaumont in Frankreich, 1908 stellte die Carl-Lindström-AG die Fortophon-Starktonmaschine vor. Gaumont passte das Auxetophon in seinem System Chronophon an die Kinobedingungen an – der Apparat bestand aus zwei Grammophonen, zwischen denen im laufenden Betrieb gewechselt werden konnte, so dass längere Filme mit einigermaßen kontinuierlichem Ton möglich wurden. Der eigens dafür entwickelte Kompressions-Verstärker „Egléphone“ war so satrk, dass Gaumont Säle mit 4.000 Sitzplätzen beschallen konnte.

Referenzen:

Auxtephon

Chronophon


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JH


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