Lexikon der Filmbegriffe

Adoleszenz

Im Mittelpunkt des Motivkomplexes steht das Lebensalter zwischen zehn und zwanzig Jahren. Die Spannbreite an Genres und Erzählmustern ist groß – Actionfilme, Leidensgeschichten und Melodramen finden sich ebenso wie Ausstattungs- und Kostümfilme, Komödien, Horrorfilme und Charakterstudien; das Motiv kann zur Gesellschafts- oder Systemkritik mit realistischem Anspruch herangezogen werden oder aber zum bloßen pubertären Klamauk. Auch die Möglichkeiten der Kombination mit anderen Motiven sind breit gefächert, selbst wenn sich einige von ihnen bevorzugt anzubieten scheinen und erstaunlich regelmäßig anzutreffen sind: Dazu gehören Jugendkriminalität, Gewalt, Sucht und Drogen, City und Schule, aber auch Sexualität, Homosexualität und Inzest.
Längst nicht bei allen Filmen, die die Adoleszenz thematisieren, handelt es sich gleichzeitig um Teenagerkino (das allein durch die Zielgruppe definiert ist). Ob dort auch tatsächlich Geschichten über die Adoleszenz erzählt werden, ist zweitrangig.


Einige Beispiele aus dem unübersehbar großen Korpus von Filmen: Mädchen in Uniform (Deutschland 1931, Leontine Sagan), Pather Panchali (Indien 1955, Satyajit Ray), Der junge Törless (BRD 1966, Volker Schlöndorff).



Literatur: Vergerio, Flavio (a cura di): Cinema e adolescenza. 400 filme. Bergamo: Moretti & Vitali 2000. – Bernstein, Jonathan: Pretty in pink. The golden age of teenage movies. New York: St. Martin's Griffin 1997. – Shary, Timothy: Generation multiplex. The image of youth in contemporary American cinema. Austin: University of Texas Press 2002. – Shary, Timothy (ed.): Youth culture in global cinema. Austin: University of Texas Press 2007.
 

Referenzen:

Jugendkriminalität im Film

Kindheit


Artikel zuletzt geändert am 30.05.2012


Verfasser: PB


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