Lexikon der Filmbegriffe

Auto-Remake

Schon Bazin hatte die Neuverfilmung eines Stoffes durch den gleichen Regisseur als eine der elementaren Möglichkeiten des Remakes ausgemacht, in der es ihm möglich wäre, Modifikationen und Umgewichtungen von Themen vorzunehmen. Hier geht es also weniger um die Originalgetreue der Adaptation, sondern um die Umgewichtungen, die thematischen Verschiebungen, die Modulation des Erzählens. Alfred Hitchcocks Doppelverfilmung von The Man Who Knew Too Much (1934, 1956) etwa figurierte die patriarchalen Autoritätsverhältnisse neu. Howard Hawks‘ A Song Is Born (1948) ist eine Musical-Fassung der Screwball-Comedy Ball of Fire (1941). Abel Gance realisierte J‘accuse (1919) als Tonfilm neu (1937). Andere Beispiele sind Love Affair (1939) / An Affair to Remember (1957, beide: Leo McCarey); High Sierra (1941) / Colorado Territory (1949, beide: Raoul Walsh); Funny Games (1997) / Funny Games U.S. (2007, beide: Michael Haneke). Gelegentlich wurden auch die US-Adaptationen ausländischer Filme von den ursprünglichen Regisseuren verantwortet (wie bei dem Low-Budget-Film El Mariachi, 1992, den Robert Rodriguez als Desperado, 1995, neu verfilmte).

Literatur: Serceau, Michel: El Dorado est-il un autoremake de Rio Bravo? In: Le remake et l’adaption. Sous la direction de Michel Serceau et Daniel Protopopoff. Paris: Télérama, S. 141-147 (= Num. Spéc. De: CinémAction.).


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: CA


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