Lexikon der Filmbegriffe

Auricon

Kameratyp; Herstellerfirma ursprünglich: Berndt-Bach, Inc., später: Bach-Auricon, Inc.

Eric Berndt und Walter Bach gründeten die Firma Berndt-Bach, Inc. 1931 in Hollywood, die später in Bach-Auricon, Inc. umbenannt wurde. Sie stellten 16mm-Tonfilm-Kameras her, zunächst nur mit Lichtton, ab 1955 auch mit Magnetton (als Cine-Voice II). Die erste Auricon hatte einen dreiäugigen Objektivrevolver, die Scharfstellung erfolgte manuell. Die Auricon hatte eine 30m-Kassette (100ft), ähnlich wie die Cine-Voice (1949); die Pro-600 (1952) konnte 180m Film (600ft), die Super-1200 sogar 365m (1.200ft) aufnehmen. Seit 1952 bot die Firma Spiegelreflexsucher an. Die Kameras wurden zunächst als Amateurkameras vermarktet (zu einem Preis von $595, den eine Cine-Voice in den 1930ern kostete); professionell wurden sie bis 1960 vor allem als TV-Berichterstatter-Kameras eingesetzt, doch wurden sie anfangs der 1960er auch durch Avantgardefilmemacher (wie Andy Warhol, der seinen Film Harlot, 1965, Dreharbeiten: Sommer 1964, mit einer Auricon realisierte) entdeckt. Sie wurden schließlich – mit zahlreichen Modifikationen – vor allem wegen des geringen Gewichts, der Zoom-Optiken und der großen Kassetten von Regisseuren des frühen Direct Cinema verwendet (Primary, 1959, Richard Leacock; Salesman, 1960, und Gimme Shelter, 1970, Albert and David Maysles; Don’t Look Back, 1965, und Monterey Pop, 1968, D.A. Pennebaker; Titicut Follies, 1967, Frederick Wiseman, wurden mit Auricon-Kameras realisiert). 


Artikel zuletzt geändert am 02.03.2012


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