Lexikon der Filmbegriffe

Anschlussfilm

auch: Anschlussfilm

Der Versuch, den Erfolg früherer Filme zu nutzen, indem man mit dem Titel an sie anknüpft oder ihr Rezept weitgehend kopiert in der Hoffnung, dass sich das Publikum an den vormaligen Film erinnert und dadurch zum Besuch des neuen verlockt wird, ist ebenso naheliegend wie verbreitet. Auf narrativer Ebene ist der Anschluss tendenziell locker gestaltet: Oft reduziert er sich auf die Existenz einer gemeinsamen Hauptfigur oder Figurengruppe in beiden Filmen – etwa einem Privatdetektiv –, während die Handlungen selbst als je geschlossene konzipiert und für sich alleine verständlich sind (wogegen sich die Handlungsstränge beim Fernsehformat der Serie über Dutzende von Folgen erstrecken können und ohne Kenntnis der einzelnen Folgen nicht verständlich sind). Grundsätzlich ist jedes Anschlussprodukt ein Fall von Intertextualität, außerdem können Remakes als spezielle Form des Anschlusses bezeichnet werden. Die Handlung des Fortsetzungsfilms dagegen ist so strukturiert, dass unter Beibehaltung der Protagonisten die zeitliche Konsekution über eine Reihe abendfüllender Filme hinweg konsistent weitergeführt wird und die Figuren im Bewusstsein der im vorangegangenen Film erlebten Ereignisse altern. Ein neueres Beispiel ist Peter Bogdanovichs Film Texasville (1990), der mit den gleichen Schauspielern die Wiedervereinigung der Gruppe, um die sich The Last Picture Show (1971) gedreht hatte, nahezu 30 Jahre nach dem ersten Film zeigt.

Beispiele: Dr. Mabuse, der Spieler (1922, Fritz Lang) – Das Testament des Dr. Mabuse (Deutschland 1932, Fritz Lang); Airport 1975 (USA 1975, Jack Smight) – Airport ‘77 (1977, Jerry Jameson) – Airport '79: Concorde (1979, David Lowell Rich); Zendegi edame adrad (Iran 1992, Abbas Kiarostami) und die Filme der Koker-Trilogie; Batman and Robin (USA 1997, Joel Schumacher).
 

Referenzen:

Fortsetzungsfilm

Prequel

Remake

Sequel


Artikel zuletzt geändert am 13.01.2012


Verfasser: PB


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