Lexikon der Filmbegriffe

Algefa

Die Algefa (Allgemeine Filmaufnahme- und Vertriebs-GmbH) wurde 1935 von dem Schauspieler Paul Hörbiger, dem Filmregisseur E.W. Emo und dem pensionierten österreichischen Honorarkonsul Karl Künzel in Berlin gegründet. Vermutlich waren Hörbiger und Künzel Gesellschafter und Geschäftsführer der Algefa, Emo dagegen der erste Vertragsregisseur. Das Unternehmen überstand den Krieg und stellte erst 1955 seine Arbeit ein. Von Beginn an bildeten volkstümliche Komödien, dem Massengeschmack der Zeit folgend, das wichtigste Genre, das die Algefa belieferte. Filme wie die erste Produktion der neuen Firma – Endstation (1936, Regie: Emo, Darsteller: Hans Moser und Hörbiger) – vertrauten auf die Tradition des Volkstheaters und auf die Zugkraft von Stars. Das Alt-Wiener Volksstück Fiakerlied (1936, erneut in der Zusammenarbeit Emo/Hörbiger), der Schlagerfilm Die Austernlili (1937, E.W. Emo) oder die Dienerkomödie Sonntagskinder (1941, Jürgen von Alten) mögen für das anspruchslose Unterhaltungsprogramm der Nazi-Jahre stehen.
Nach einer Produktionsunterbrechung nahm die Firma die Produktion 1952 mit dem Heimatfilm Du bist die Rose vom Wolfgangssee (Regie: Hubert Marischka) wieder auf. Mit Regisseuren wie Carl Boese (Der keusche Josef, 1953), Wolfgang Liebeneiner (Die schöne Müllerin, 1954), Paul May (Zirkus Capelli, 1954) und Gerhard Lamprecht (Oberwachtmeister Borck, 1955) oder dem Schauspieler und Regisseur Georg Thomalla (Bezauberndes Fräulein, 1953) knüpfte man durchaus erkennbar an das Profil der Nazijahre an. Anlässlich der Arbeiten an Urlaub auf Ehrenwort (1955) kam es zu erheblichen Auseinandersetzung zwischen dem Regisseur Wolfgang Liebeneiner, der Algefa und dem Schorcht-Verleih, der dem Film Defaitismus vorwarf und die anti-nazistische Tendenz zurückgenommen haben wollte. Als Liebeneiner dann auf der Bezahlung seiner Restgage bestand, musste die Algefa Konkurs anmelden.


Artikel zuletzt geändert am 22.08.2011


Verfasser: HHM


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