Lexikon der Filmbegriffe

Quintaphonic Sound

gelegentlich auch falsch: Quintophonic

Quintaphonic war ein komplexes Mehrkanalsystem, das John Mosley von der Firma Quinta Enterprises, Inc. entwickelt hatte. Das Verfahren fußt auf drei Magnetspuren und einem Sansui-Decoder, der aus den Stereo-Spuren 1 und 3 separate Surround-Kanäle generierte; Spur 2 bespielte einen eigenen Center-Kanal. Die Lautsprecher standen links-zentral-rechts hinter der Leinwand, außerdem links und rechts zu Seiten des Publikums. Quintaphonic wurde 1975 in Ken Russells Rock-Oper Tommy ein einziges Mal bei einer größeren Produktion eingesetzt. Das 5.0-System von Quintophonic konnte sich nicht durchsetzen, weil rein-optische Mehrkanalsysteme produktionsreif waren und kurze Zeit später Mischsysteme von Markt verdrängten. Auf der DVD-Ausgabe von Tommy (2000) wurde der Quintophonic-5.0-Ton durch Dolby-Digital 5.1 ersetzt.
Fälschlicherweise wird das Verfahren oft als magnetisch-optisches 5.0-Verfahren dargestellt, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass die Kopien von Tommy neben den Magnetspuren die Stereo Variable Area als doppelte Lichttonspur enthielten. Tatsächlich war es ein rein magnetisches 5.0-Verfahren. 


Artikel zuletzt geändert am 16.07.2011


Verfasser: JH


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