Lexikon der Filmbegriffe

Ufa-Theater AG

Die Ufa hatte von Beginn an eine ganze Kette von Filmtheatern betrieben. Sie wurden in die 1956 neu gegründete Ufa-Theater AG mit Sitz in Düsseldorf eingebracht. Sie wurde wie die gleichzeitig aus dem Ufa-Altbestand gegründete Universum Film-AG von einem Bankenkonsortium unter Führung der Deutschen Bank verwaltet und entwickelte sich trotz rückläufiger Besucherzahlen stabil. 1964 kaufte Bertelsmann die Kino-Kette sowie die Nutzungsrechte an der Ufa-Raute, die 1972 wiederum beide an die Düsseldorfer Kinokette Heinz Riechs verkauft wurde. Riech hatte nach dem Krieg ein Wanderkino betrieben und seit 1950 einige stationäre Kinos im Münsterland gegründet. Mit dem Kauf der Ufa-Theater AG wurde dann der Grundstein für das größte deutsche Kino-Imperium gelegt. 1987 zählten 300 Kinos zur Ufa-Gruppe. Die 1990er Jahre führten in die Krise: Zunächst hatte die Kette zwar einige Wunschobjekte in den Großstädten der ehemaligen DDR übernehmen können, doch mussten eine ganze Reihe von unrentablen Kinos an kleineren Orten weiterbespielt werden. 1992 wurde Riechs Sohn Volker Vorstandsvorsitzender der AG. Der Trend zu Multiplex-Kinos überraschte die Ufa – erst von 1995 bis 1998 investierte die Firma annähernd 300 Millionen Mark in Neubauprojekte. Apax und Pricoa, zwei Investmentfonds, übernahmen 1999 als Finanziers 40% der Aktienanteile, die Firma wurde in Ufa GmbH & Co. KG. Versuche, den Konzern zu sanieren – Reduktion der Sitzplatzkapazität von 90.000 auf 60.000, Schließung unrentabler Standorte –, schlugen fehl, obwohl sie kurzfristige Entlastung brachten. Ende März 2003 wurde die Ufa an die Cinestar-Kette Kieft & Kieft verkauft. Sie betrieb noch 37 Kinos und hatte 1.000 Beschäftigte. 


Artikel zuletzt geändert am 16.07.2011


Verfasser: HJW


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