Lexikon der Filmbegriffe

Umkehrfilm

engl.: reversal film

Umkehrfilm produziert ein Positiv- statt ein Negativbild, damit werden die Kosten einer Kopie vom Negativ gesparrt. Ursprünglich von Eastman Kodak im Jahre 1924 als 16mm-Amateurfilmformat eingeführt (später auch in 8mm und Super-8 erhältlich), wurde es aus Kostengründen zunehmend auch von Avantgarde-Filmemachern sowie von Fernsehsendern für das Drehen von Nachrichtensendungen verwendet. Zwei weitere Gründe, warum das Material von vielen Filmemacher bevorzugt wird: Umkehrfilm ist viel unempfindlicher am Schneidetisch, so dass es, ohne große Kratzer zu bekommen, geschnitten werden kann. Sowohl Schwarzweiß- wie auch Farbumkehrfilm haben gute Projektionsqualitäten. Umkehrfilm wird auch wegen seiner kontrastarmen Qualität eingesetzt, um Dupnegative direkt vom Negativ zu ziehen, ohne über den zusätzlichen Schritt eines Zwischenpositivs gehen zu müssen. Eine Kopie kann auch direkt vom Umkehr-Original gezogen werden, indem man wiederum Umkehrmaterial benutzt.
Die Emulsion des Umkehrfilms unterscheidet sich kaum von Negativfilm, vielmehr wird die Umkehrung in der Entwicklung erzeugt (cross-processing). Statt den Film nach der Entwicklung in ein Fixierbad zu legen, wird er mit Bleiche behandelt, nochmals einer Lichtquelle ausgesetzt, ein zweites Mal entwickelt, fixiert, gewaschen und getrocknet. Viele Techniker glauben, Umkehrfilm sei bei gleicher Lichtempfindlichkeit feinkörniger als Negativfilm. 


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: JCH


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