Lexikon der Filmbegriffe

Visiotype

Visiotyp: ein Begriff, der von Uwe Pörksen parallel zu Stereotyp gebildet ist und alle Formen der Standardisierung der Visualisierungsformen und -substanzen bezeichnen soll. Es geht dabei um die ganze Bandbreite der Visualisierungen, von den Bildern im herkömmlichen Sinne bis zu grafischen Darstellungen und Bildberichten, von visuell argumentierenden Verkürzungen bis zu kollektiven Symboliken. Visiotype Bildfiguren entfalten dabei eine metaphorische Kraft; sie sind ein verkürzendes Veranschaulichungsmittel, das zur Vereinfachung neigt. Diese Bilder leiten sich oft aus dem Reservoir der wissenschaftlichen Bilder ab: das Bild des Blauen Planeten, die Figur der Doppelhelix, fötale Ultraschallbilder, Kartografien. Eine ganze Reihe von semantischen Beziehungen und Symbolformen, die nur der Sprache zuzukommen scheinen, lassen sich ebenso als Formen der Visiotype festmachen. Natürlich bleiben Differenzen – Sprache mag z.B. freier gegenüber der konkreten Fülle der Beispiele sein, das Bild im Redegestus ist viel dogmatischer als die verbale Äußerung.

Literatur: Pörksen, Uwe: Weltmarkt der Bilder. Eine Philosophie der Visiotype. Stuttgart: Klett-Cotta 1997.


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: HJW


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