Lexikon der Filmbegriffe

Working Title Films

Working Title Films ist eine britische Produktionsgesellschaft mit Sitz in London, die 1982 von Tim Bevan und Sarah Radclyffe gegründet wurde. Sie produziert Spiel- und Fernsehfilme. Stephen Frears‘ My Beautiful Laundrette (1985) war der erste Film, der die neue Firma bekannt machte. Frears-Filme, aber auch andere Filme des Neuen britischen Kinos schlossen sich an (darunter Chris Menges‘ A World Apart, 1988, oder London Kills Me, 1991, Hanif Kureishi). Einen unerwarteten Durchbruch für die Firma stellte der weltweite Erfolg von Four Weddings and a Funeral (1994, Mike Newell) dar, ergänzt durch die stabilen Umsätze der Filme der Coen-Brüder. Es schlossen sich eine ganze Reihe internationale Koproduktionen an (darunter French Kiss, 1995, Lawrence Kasdan, oder Dead Man Walking, 1995, Tim Robbins); vor allem aber englische Komödien im Spektrum zwischen Bean (1997, Mel Smith), Notting Hill (1999, Roger Michell), Bridget Jones's Diary (2001, Sharon Maguire) und Plunkett & Macleane (1999, Jake Scott) erwiesen sich als recht sichere Publikumserfolge. In den Jahren 1994-2004 spielten die Filme der Working Title Films mehr als 1,8 Milliarden US-$ ein. Mit High Fidelity (2000, Stephen Frears) wurde neues Terrain betreten, Historienfilme (wie die Jane-Austen-Adaption Pride & Prejudice, 2005, Joe Wright) ergänzten das bis dahin vorherrschende Genreprofil. Die Distribution der Filme übernimmt seit längerem Universal Pictures, die 2007 einen Zweidrittel-Anteil der Firma übernommen haben. Als einer der wichtigsten Produktionspartner hat sich StudioCanal herausgestellt. Weitere Besitzanteile liegen in Händen der beiden Gründer, der BBC Films und einiger privater Investoren. Der Jahresgewinn wird auf mehr als 30 Millionen US-$ geschätzt (2004).
Dass Working Title immer auch auf die künstlerische Qualität der Filme achtete, begründet die inzwischen 15jährige Bedeutung der Firma für das britische Kino. Zur Produktion kleiner Low-Budget-Filme dient ein eigenes Produktionslabel (Working Title 2), unter dem Filme wie Billy Elliot (2000, Stephen Daldry) oder Inside I‘m Dancing (2004, Damien O‘Donnell) firmieren, die bis heute den künstlerischen Anspruch, dem sich Working Title verpflichtet fühlt, unterstreichen.

Weitere Informationen: http://www.workingtitlefilms.com


Artikel zuletzt geändert am 18.01.2012


Verfasser: JH


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