Lexikon der Filmbegriffe

Warwick Cinephone

manchmal auch: Barker‘s Cinephone

Die beiden Filmemacher William Jeapes und Will Barker entwickelten das frühe Tonverfahren Warwick Cinephone (wohl 1908, in den USA nachweisbar ab 1909). Es handelte sich dabei um ein äußerst unaufwendiges Nadeltonverfahren, das sich um lippensynchronen Gleichlauf von Film und Schallplatte bemühte. Zunächst wurden die Dialoge auf Platte genommen, die dann bei den Filmaufnahmen abgespielt wurde, so dass die Schauspieler sich bemühen konnten, im Playback bewegungsgenau zu agieren. Bei der Vorführung wurde der Ton ebenfalls vom Grammophon abgespielt, und es war die Aufgabe des Projektionisten, die Vorführgeschwindigkeit so zu steuern, dass wieder Lippensynchronität hergestellt werden konnte. Außerdem waren – wie in Hepworths Vivaphone – Indikatoren in Bild und Ton gegeben, die den Gleichlauf erleichtern sollten. Das Verfahren hatte aber keine großen Chancen, nicht nur, weil es zu sehr auf die Kompetenz der Vorführer vertraute, sondern vor allem, weil es keine ausreichende Verstärkung des Tons für die größer werdenden Kinos gab. Zwar kam es noch zu einem Kooperationsvertrag mit dem Plattenlabel Victor Talking Machine Company (das später in RCA aufging), der den Victor-Stars den Auftritt im Kino ermöglichen sollte. Doch wurde die Arbeit mit dem Cinephone schon 1911 eingestellt.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JH


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