Lexikon der Filmbegriffe

Ozploitation

wohl nach der Bezeichnung Aussiesploitation resp. Aussie exploitation movies gebildete Kurzform

Als Ozploitation-Filme werden eine ganze Reihe von billig produzierten Action- und Horrorfilmen sowie einige Komödien bezeichnet, die in Australien nach der 1971 verfügten Einführung des R-Rating gedreht wurden, verbunden mit Abschreibungsmodellen, die Filmfinanzierungen steuerlich attraktiv machten. Die bis Ende der 1980er entstandenen Ozploitation-Filme werden oft als eine Spielart der australischen Neuen Welle angesehen, die ungefähr gleichzeitig begann und endete. Anders als in den anderen Spielarten des Exploitations-Kinos, die jeweils eigene Konventionen und Stilistiken besonderer Genres oder Motive umfassen, ist Ozploitation nur durch die Tatsache, dass es sich um billige Genreproduktionen aus Australien handelt, gekennzeichnet. Fast wie eine frühe Parodie auf das besondere, ebenso pubertär wie semizivilisiert anmutende Machismo-Gehabe vieler Ozploitation-Helden wirkt The Adventures of Barry McKenzie (1972, Bruce Beresford), der von der Unangepasstheit eines Australiers in England erzählt. Gegen Ende der 1980er ebbte die Ozploitation-Welle ab, hatte in einzelnen Filmen wie Wolf Creek (2005, Greg Mclean) allerdings immer wieder Nachfolger.
Zu den bekanntesten Filmen der Welle gehörten die Sexkomödien Alvin Purple (1973, Tim Burstall) und Pacific Banana (1981, John D. Lamond), der Bikerfilm Stone (1974, Sandy Harbutt), das Road-Movie Roadgames (1981, Richard Franklin), der Gefängnis-Science-Fiction-Film Turkey Shoot (1982, Brian Trenchard-Smith), Horrorfilme wie Patrick (1978, Richard Franklin) und Long Weekend (1978, Colin Eggleston) und sogar Kung-Fu-Filme wie The Man from Hong Kong (1975, Brian Trenchard-Smith, Yu Wang). In den 1980ern entstanden einige Filme, die weltweite Beachtung fanden, darunter das Outback-Drama Razorback (1984, Russell Mulcahy), der Kinderkrimi BMX Bandits (1983, Brian Trenchard-Smith) und vor allem die Filme der Mad-Max-Reihe (Mad Max, 1979, George Miller; Mad Max 2, 1981, George Miller; Mad Max Beyond Thunderdome, 1985, George Miller, George Ogilvie), die auf Western- und auf Samurai-Motive zurückweisen.

Film: Not Quite Hollywood: The Wild, Untold Story of Ozploitation! (Australien/USA 2008, Mark Hartley). Auch als Buch: Harris, Paul: Not quite Hollywood. [...] [Collingwood, Vic.]: Madman Entertainment [2008].

Literatur: Hasemann, Dieter: Das neue australische Kino. Ein Filmbuch. Freiburg: Dreisam-Vlg. 1987, S. 196-241.
 

Referenzen:

Ocker Films


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: JH


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