Lexikon der Filmbegriffe

Optigan

Kurzform aus: opti[cal or]gan

Nachdem der Spielzeughersteller Mattel 1959 die Barbie-Puppe kreiert und um die weiteren Figuren Ken (1961) und das schwarze Barbie-Äquivalent Christie (1968) zu einer Produktfamilie ausgebaut hatte, folgte 1971 das Optigan: eine Art miniaturisierter Heimorgel, in deren Inneren eine rotierende fotooptische Platte (Durchmesser 30cm) betrieben wurde; sie enthielt insgesamt 57 geschlossene ‚Loops‘, die die Klänge von Soloinstrumenten und Begleitrhythmen wiedergeben und kombinieren konnten. Die Maschine, die sich aus der Mechanik von Puppen entwickelte, in deren Inneren rotierende Miniplatten Töne erzeugen konnten, ist ein primitiver Sampler, der einzelne Realinstrumente oder sogar die Klänge von Musikbands nachahmen konnte (abhängig von der eingelegten Platte). Das Optigan sollte eine ganz eigene Klangfolie für das Spielen mit Barbie-Puppen ermöglichen. Links von der 37teiligen Tastatur waren Knöpfe angebracht, mit denen man eine orchestrale Begleitung anstimmen konnte. Eine professionalisierte Fassung des Optigan kam 1975 unter dem Namen Orchestron auf den Markt. Optigan wurde – wohl vor allem auf Grund der mangelhaften Tonqualität - ein großer Mißerfolg; Mattel verkaufte die Produktion 1973 an die Miner Industries (die eine Tochter namens Opsonar eigens für die Optigan-Produktion gründete), die die Produktion aber 1976 endgültig einstellte.
Heute spielt die Klangwelt des Optigans nur noch zu nostalgischen Zwecken eine Rolle – Optigan-Klänge zeigen eine Phase der Klangbearbeitung an, die das Potential der elektonischen Klangbearbeitung mit höchster Primitivität auslotete, gerade darum aber historisch so spezifische Klänge erzeugte. Verwendung finden Klänge des Optigans z.B. im Sountrack von Eternal Sunshine of the Spotless Mind (USA 2004, Michel Gondry). 

Literatur: http://www.optigan.com/ [Fan- und Sammlerseite].

http://www.synthmuseum.com/opt/opt3500201.html [Einzeldarstellung].


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JH


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