Lexikon der Filmbegriffe

oneliner


auch: one-liner; eigentlich: one-liner joke; wörtlich: Einzeiler (als Bezeichnung für einen Gag höchst unüblich)

Sehr schnelle Wort- oder Dialogwitze, die in der Regel funktionieren, ohne dass der Zuschauer die handelnden Figuren kennen müsste, werden oft onelinergenannt – weil sie den Gag in einer einzigen Dialogzeile formulieren können; oft werden dabei Anstandsregeln verletzt („Wenn ich ‘ne Frau wär, würd‘ ich den ganzen Tag mit meinen Titten spielen“, Woody Allen; „I've had a perfectly wonderful evening, but this wasn't it“, Groucho Marx). Oneliner grenzen an den Aphorismus und die rhetorische Figur des Paraprosdokian an. Sie sind meist aus dem Kontext lösbar, ohne deshalb an Verständlichkeit zu verlieren. Die Arbeit mit derartigen Kurzformen gehört nicht nur zum Repertoire fast aller stand-up comedians, sondern ist auch eine feste Strategie solcher sprachorientierter Komödienformen wie der Sitcom. Es gilt heute als Standard, für eine Sitcom drei oneliner auf einer Drehbuchseite unterzubringen und dabei den Lacher des Gags mit der gleichzeitig erbrachten Leistung, die Handlung voranzutreiben, zu verbinden. 



Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: HHM


Zurück