Lexikon der Filmbegriffe

Jupiterlicht

(1) Das Jupiterlicht ist eine Variante der Ende der 1870er erfundenen mit Petroleum betriebenen Öldampflampen, bei der das Öl vor der Zufuhr der Druckluft in Dampfform aufgesprüht wurde. Die Lampen waren bekannt dafür, dass sie besonders helles Licht abgaben; darum wurden sie auch bis zur Einführung des elektrischen Lichts in Film und Theater verwendet.
(2) engl.: sunlamp, photoflood (lamp); im Film: klieg light, Kliegl light; eigentlich: Jupiterlampen; als Markenname verallgemeinert worden für im Atelier gebräuchliche starke Lampen; auch schon in den 1920ern im metaphorischen Sinne gebräuchlich (etwa äquivalent zu: „im Rampenlicht“), die sich eindeutig auf das elektrische Licht in den Studios bezieht

Eine in Berlin ansässige Lampenfirma (Jupiterlicht Elelektrophotogr. Ges.m.b.H., Kino-Einrichtung, Zubehörteile, Jupiter-Kinolampen, für Filmateliers), die unter anderem sehr lichtstarke Flächenleuchten und Bogenlampen zum Einsatz in Film und Theater herstellte, gab den Flächenleuchten insgesamt einen Namen; die Firma existierte noch in den 1970ern und produzierte u.a. Lampen für medizinischen Gebrauch. Jupiterlampen waren im Filmbetrieb der 1920er Jahre besonders lichtintensive Weiterentwicklungen der (elektrischen) Bogenlicht- und Quecksilberdampflampen, die 6, 8, ja 12 und mehr horizontale Lichtbogen nebeneinander in Flächenleuchten angeordnet hatten. Nebenher galten auch besonders hochgerüstete große Scheinwerfer für das Oberlicht als „Jupitersonnen“. Der Name ist heute allerdings weitestgehend vergessen.

Literatur: Kracauer, Siegfried: Die Jupiterlampen brennen weiter (1926). Nachdruck in seinem: Kino. Frankfurt: Suhrkamp 1974, S. 73-76. – Witting, Reinhold (Hrsg.): Künstler im Jupiterlicht. [Innentitel: So kamen sie zur Bühne und zum Film.] Wiesbaden: Gebauer [1955].
 

Referenzen:

Kliegl light

Kohlenbogenlicht


Artikel zuletzt geändert am 04.01.2012


Verfasser: JH JPG JS LK


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