Lexikon der Filmbegriffe

Episodenfigur

Vor allem bei Fernsehserien und in deren Analyse wird der Begriff der Episodenfigur zur Bezeichnung von Figuren verwendet, die nur in einer einzelnen Folge resp. nur in einer begrenzten Anzahl von Episoden auftreten. Sie gehören nicht zum festen Figuren-Ensemble, dienen aber zur Charakterisierung der Kernfiguren, als Zugänge zu den Vorgeschichten oder als Katalysatoren für die Handlung. Im Film tritt dieser Figurentyp nur in Filmserien und -zyklen auf. Die Zugehörigkeit zum Ensemble spielt dann keine wesentliche Rolle. Ein kurioses Beispiel ist die Figur der Colette (Marie-France Pisier), in die sich Antoine Doinel (Jean-Pierre Léaud) in dem Kurzfilm Antoine et Colette (1962) verliebte und die – nachdem sie mehrfach in Gesprächen erwähnt worden war – in L‘Amour en Fuite (1979) erneut auftritt: Sie liest Antoines autobiografischen Roman und korrigiert die Erfindungen und Verfälschungen, die der Autor eingebaut hatte.
Der Begriff wird gelegentlich auch in Theater und Film verwendet, wenn eine Figur in einer episodenhaft gegliederten Erzählung nur in einer einzigen Episode auftritt, während andere Figuren in allen (oder den meisten) anderen Teilerzählungen auftreten. 


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: JH


Zurück