Lexikon der Filmbegriffe

Elgéphone

Wegen der großen Schwierigkeiten, mit dem von ihm patentierten und vertriebenen Chronophonographen größere Säle beschallen zu können, entwickelte der französische Ingenieur Léon Gaumont den Elgéphone-Lautsprecher (nach den beiden Anfangsbuchstaben seines Namens) – eine von Georges Laudet und Gaumont entwickelte mechanische Verstärkereinrichtung, die nach dem Orgelprinzip mit einer Pressluftregulierung arbeitete (das Verfahren erinnert in vielem an Charles A. Parsons‘ in England entwickeltes Auxetaphone, das ebenfalls 1908 zuerst öffentlich präsentiert wurde). Da der Lautsprecher vom Tonträger entkoppelt war, kam es nicht mehr zu Störungen der Abtastung des Grammophons, die durch zu starke Lautsprecherbewegung verursacht wurden. Probeweise hatte das System in Frühjahr 1908 im Berliner Zirkus Schumann eine Vorführung von Publikum erlebt. Am 27.12.1910 führte Gaumont das erste elektrisch aufgenommene Tonbild vor der französischen Akademie der Wissenschaften vor. Die Vorführung vor der Société Française de Fotografie folgte am 17.2.1911. Am 15.3.1911 fand die öffentliche Premiere im Olympia in Paris statt. Die Einführung in den US-Markt (1913) hatte keinen großen Erfolg. Zwar waren die Vorführungen im New Yorker Hippodrome-Gaumont-Palace vor 4.000 Zuschauern waren zwar zufriedenstellend, doch war die Investition, die ein flächendeckender Einsatz des Elgéphones (resp. des Chronophonographen-Systems), zu groß.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JH


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