Lexikon der Filmbegriffe

Einzelkämpfer

Einzelkämpfer sind fast immer ähnlichen Geschlechts. Sie nehmen als Helden und Protagonisten von Filmen schweigsam, eigenhändig und entgegen widriger Umstände den Kampf mit einem (scheinbar) übermächtigen Gegner auf. Meist hypermaskulin (und darin manchen Comic-Helden nah), verfügen sie über athletische Staturen und bewegen sich bevorzugt in körperbetonten Genres wie Action- oder Abenteuerfilm, aber auch im Sheriffwestern; Ausnahmen sind insbesondere Anwaltsgeschichten, in denen einzelne Anwälte den Kampf gegen Konzerne und Kartelle aufnehmen. Die Geschichten richten sich an ein mehr physisch als psychologisch involviertes, eher männliches Zielpublikum und enden mit dem Sieg des Helden über die Gegenseite. Jetzt erst erlangt er, oft aus niederen sozialen Schichten stammend, jene gesellschaftliche Anerkennung, die ihm anfänglich versagt bleibt. Die Dreieckskonstellation {Einzelkämpfer-Gesellschaft-Schurken} löst sich auf, die Bösen verschwinden und eine den Helden inkorporierende, neue Gemeinschaft wird geboren. Einzelkämpfer sind stets Außenseiter und rücken damit in die Nähe von Outlaws, sind aber im Gegensatz zu diesen höchstens notgedrungen kriminell, im Kern aber moralisch durch und durch integer.

Beispiele: High Noon (USA 1952, Fred Zinnemann); Rambo – First Blood (USA 1985, George P. Cosmatos); Die Hard (USA 1988, John McTiernan); Erin Brockovich (USA 2000, Steven Soderbergh).


Artikel zuletzt geändert am 20.07.2011


Verfasser: PB


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