Lexikon der Filmbegriffe

Nachsynchronisieren

auch: Nachsynchronisation; engl.: post-dubbing, postsynchronization

Nachträgliche Synchronisation gibt es auch als normalen Teil der Postproduktion, wenn etwa Stimmen undeutlich sind oder wenn Schauspieler fremdsprachig agiert haben. Auch können Schauspieler, die allzu undeutlich sprechen, in der Nachsynchronisation an der Akzeptabilität ihrer Stimmen feilen. Von Marlon Brando heißt es, er habe ganze Filme absichtlich so stark vernuschelt, dass er nachträglich in der Synchronisation noch an seiner Stimme arbeiten konnte. Nachsynchronisiert werden müssen schließlich alle Szenen, die ohne die Stimmen der Akteure aufgenommen worden sind (wie z.B. Actionszenen). Der Eingriff in die ursprünglichen Tonaufnahmen kann bis zur Ersetzung der ursprünglichen Sprecher durch Synchronstimmengehen. So wurden Klaus Kinskis Dialogstücke in den Werner-Herzog-Filmen Aguirre, der Zorn Gottes (BRD 1972) und Cobra Verde (1987) von Gerd Martienzen bzw. von Fred Maire nachsynchronisiert. Von den Aufnahmen zu Fellini-Filmen heißt es, dass er die Schauspieler bei den Aufnahmen nur sinnlose Silben sprechen ließ – die Texte wurden (zudem oft von ganz anderen Sprechern) erst in der Nachsynchronisation zugefügt.
Daneben können Fehler der Aufnahme ausgebessert werden, und manchmal werden noch nach den Aufnahmen Dialogstücke ergänzt oder Töne – wie z.B. Radiostimmen – in die Atmo-Aufnahmen eingemischt. Als erster Film, in dem die Technik der Nachsynchronisation erprobt wurde, gilt King Vidors Musical Hallelujah (USA 1929), in dem eine Verfolgungsjagd erst im Tonstudio mit naturalistischen Geräuschen unterlegt wurde; auch die Schlachtszenen in Lewis Milestones All Quiet on the Western Front (USA 1930) wurden nachsynchronisiert. Erst um 1933 wurde die Aufgliederung des Tons in einen Musik-, Dialog- und Geräuschteil üblich und das Nachsynchronisieren zu einem Standardverfahren der Postproduktion.

Referenzen:

ADR

Nachsprecher


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: TB AS


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