Lexikon der Filmbegriffe

Schreiben

Kaum eine diegetische Realität des Films verzichtet auf die Schrift als ein fundamentales Kommunikationsmedium und das Schreiben als kreativen oder expressiven, interaktiven oder narzisstischen Akt. Und auch das filmische Erzählen selbst nutzt oft genug das Schreiben als Metapher für das Erzählen, substituiert den Erzähler durch den Schreiber. Oft ist das Schreiben eingebunden in eine Reflexion der Akteure über sich, über die Geschichte, die Bedeutung dessen, was geschieht. Richtet man die Aufmerksamkeit auf die Bild-Schrift-Korrespondenzen, tritt ein drittes Moment hervor,  welches das Nachdenken über die Beziehungen zwischen Schrift und Film verlohnt. Man stößt zunächst auf eine Wahrheitsproblematik in einem simplen Sinne, vor allem aber auf die komplexeren Fälle, wenn Schrift und Bild in ein diskursives Verhältnis zueinander treten, in argumentative Abhängigkeit voneinander geraten und das theatrale Geschehen in einen diskursiven Prozess transformieren. Es versteht sich, dass vor allem die Metasprachfähigkeit der Schrift die diskursiven Möglichkeiten des Films intensiviert und einen eigenen Formenkanon hervorbringt – erinnert sei an die Filme Godards oder Greenaways.


Artikel zuletzt geändert am 20.07.2011


Verfasser: AS


Zurück