Lexikon der Filmbegriffe

Serienfilm

Ältere deutsche Bezeichnung für eine Filmserie, die von einem immer gleichen Helden erzählt und dabei aus abgeschlossenen Episoden besteht. Serienfilme gab es vor allem in den Action- (wie die Broncho-Billy-Serie, 1907-16), Kriminal- (man denke an die Stuart-Webbs-Figur, die Ernst Reicher spielte, 1914-24) und Komödiengenres (wie die Filme Arthur Mellinis mit der Arthur-Figur, 1908-09). Mit dem Stummfilm starben Serienfilme im europäischen Kino weitestgehend aus (man halte aber den Don-Camillo-Zyklus, 1952-65, oder die Miss-Marple-Filme mit Margaret Rutherford, 1961-64, dagegen); im US-Kino finden sich diverse Serienfilme wie die um die Dr.-Kildare-Figur (1939-47), die Andy-Hardy-Serie (1937-47), die Thin-Man-Serie (1934-47) oder die Sherlock-Holmes-Filme mit Basil Rathbone (1939-46). Nicht dem Serienfilm zugerechnet werden gemeinhin Personality-Serien, in denen zwar Schauspieler immergleiche Rollen spielen (oft als sie selbst, wie bei Laurel und Hardy / Stan und Ollie / Dick und Doof), die aber ähnlich wie die James-Bond-Filme eigenständig sind. Schließlich werden auch Filmserien wie die Eis-am-Stiel-Reihe nicht als Serienfilme angesehen, weil sie die intensive Interaktion, die im Serienfilm zwischen Figuren, Stoffen und Modi der Erzählung stattfindet, nicht teilen.
Gleichwohl werden vor allem in der Zweitverwertung von Filmen künstliche Serienfilm-Zusammenhänge hergestellt, wenn etwa die Verleiher die Filme mit Louis de Funès als „Oscar-Filme“ etikettierten.

Literatur: Limbacher, James L.: Haven't I seen you somewhere before? Remakes, sequels, and series in motion pictures, videos, and television, 1896-1990. Ann Arbor, Mich.: Pierian Press 1991. – Parish, James Robert: The great movie series. South Brunswick [...]: Barnes [...] 1971. – Zinman, David: Saturday afternoon at the bijou. New York: Castle Books 1973.
 

Referenzen:

Filmserie


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: CA


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