Lexikon der Filmbegriffe

Sleeper-Effekt

Der Begriff Sleeper-Effekt bezeichnet langfriste Behaltens- und Einstellungswirkungen von Filmen und anderen Botschaften, die stärker ausgeprägt sind als kurzfristige Effekte. Er tritt besonders dann auf, wenn die Primärrezeption widersprüchliche Einstellungen umfasst. Er wurde 1949 von Carl I. Hovland, Arthur A. Lumsdaine und Fred D. Sheffield in die Kommunikationsforschung eingeführt, die in einer Untersuchung der Wirksamkeit von Trainingsfilmen für die US-Army feststellten, dass der Film The Battle of Britain nach 11 Wochen nicht nur seine ursprüngliche Wirksamkeit beibehalten hatte, sondern dass die messbare Einstellungsänderung zum Teil noch gewachsen war. Diesen Effekt bezeichneten sie als Sleeper-Effekt. Er hängt eng mit der subjektiv empfundenen Glaubwürdigkeit der Quelle der Information zusammen, die schneller vergessen wird als der Inhalt, so dass ein Misstrauen gegen die Validität des Inhaltes im Lauf der Zeit abgebaut wird. Filmerinnerung ist auf allen Ebenen mit Vereinfachungen und Vereindeutungen durchsetzt, wie sie der Sleeper-Effekt beschreibt. Sie sind allerdings noch kaum untersucht worden.

Literatur: Carl I. Hovland / Arthur A. Lumsdaine / Fred D. Sheffield: Experiments on mass communication. Princeton, N.J.: Princeton University Press 1949, S.182-200. Mehrfach nachgedr. – Noel Capon / James Hulbert: The sleeper effect – an awakening. In: Public Opinion Quarterly 37, 1973, S.333-350.
 


Artikel zuletzt geändert am 22.07.2011


Verfasser: HJW


Zurück