Lexikon der Filmbegriffe

song scores

Während die meiste genuine Filmmusik eher hintergründig ist und als Unterstreichung der Handlung des Films erscheint, verändern sich die Beziehungen zwischen Bild/Narration und Musik, wenn man es mit compilation scores zu tun hat: Volkslieder, Opernarien und andere Musik aus der Hoch- und vor allem Populärkultur werden dann aneinandergereiht, von denen viele vom Durchschnittszuschauer wiedererkannt werden können. Diese Praxis aus der Stummfilmzeit findet sich bis heute im Tonfilm. Vor allem die pop song scores lassen immer wieder die Musiken in den Vordergrund der Aufmerksamkeit treten, die Handlung wird zeitweilig hintergründig. Seit den 1950ern ist das Verfahren der Kompilation bekannter Musikstücke Teil des Musik-Marketing. Sehr erfolgreiche frühe Beispiele waren The Graduate (USA 1967, Mike Nichols) oder Easy Rider (USA 1969, Dennis Hopper). Es blieb aber einer Fernsehproduktion wie Miami Vice (USA 1984-89) vorbehalten, den Musik-Track gezielt auf Stücke auszurichten, die zur Zeit der Erstausstrahlung in den Charts notiert waren. Heute stehen derartige Produktionen oft im Medienverbund – zum Film gehört ein zentrales Musikstück (oder eine Schallplatte), das seinerseits mit einem Musikvideo beworben wird, das Elemente des Films verwendet, usw.; alle bewerben sich gegenseitig (cross promotion). Ein Beispiel ist Jim Hensons Labyrinth (USA 1986), der zugleich mit David Bowies gleichnamiger Schallplatte erschien, die mit zwei Videoclips (Underground und As the World Falls Down) beworben wurde; kurze Zeit danach erschien – wieder unter dem gleichen Titel – ein Videospiel, das zugrundeliegende Stück erschien als Roman. 
 

Referenzen:

compilation score


Artikel zuletzt geändert am 09.03.2014


Verfasser: AS


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