Lexikon der Filmbegriffe

Technichrome

1948 vorübergehend von der englischen Technicolor Ltd. ausgeübtes Verfahren mit Bipack-Aufnahmen, aber dreifarbiger Kopie nach dem Technicolor-Druckprozess. Dabei wurden zur Erzielung einer etwas besseren Farbwiedergabe als bei den üblichen Zweifarbenfilmen aus dem Blaugrün-Farbauszug des Bipack-Films gelb und purpur einzufärbende Matrizen angefertigt (sog. „Zweieinhalb-Farbenfilm“). Die Filme wurden unter dem Firmennamen Technicolor gezeigt. Die Technichrome-Methode diente aus Mangel an Technicolor-Dreifarbenkameras als deren Ergänzung für Aufnahmen des offiziellen Dokumentarfilms zu den Olympischen Spielen 1948 in London (XIV. Olympiade – The Glory of Sport, Castleton Knight, für die J. Arthur Rank Organization). Es wurden speziell große Bipack-Magazine mit einem Fassungsvermögen von 400ft Eastman-Bipack-Film eingesetzt. Auch eine spanische Filmproduktion stellte 1948 noch zwei Kurzfilme (mit Spielhandlung?) mit Technichrome her, das dann wieder eingestellt wurde.

Literatur: Cornwell-Clyne, Major Adrian: Colour Cinematography. 3rd ed. London: Chapman & Hall 1951, S. 32-33, 343-345. – Koshofer, Gert: Color. Die Farben des Films. Berlin: Spiess 1988, S. 81. – Koshofer, Gert: Kodak und der Kinofarbfilm. In: Weltwunder der Kinematographie (hrsg. v. Joachim Polzer) 6, 2002, S. 342.


Artikel zuletzt geändert am 23.07.2011


Verfasser: GK


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